JESTER – The Arthur Kell Quartet

ArthurKell_JESTER

Seit 1997 leitet Arthur Kell Gruppen mit namhaften zeitgenössischen Jazzmusikern wie Steve Cardenas, Ben Monder, Gerald Cleaver, Donny McCaslin oder Chris Cheek.
Sein siegreiches Quartett aus erstklassigen Improvisatoren und prominenten Teamspielern, das man bislang mit dem Altsaxophonisten Loren Stillman in Verbindung brachte, kommt diesmal – ungewöhnlich genug – mit Nate Radley als zweiten Gitarristen neben Brad Shepik und als viertes Rad anstelle von Stillman. Das macht die Sache vielleicht noch spannender, offener allemal.

Arthur Kell ist ein kompletter Jazzmusiker als Komponist, Instrumentalist und Bandleader. Obwohl seine geistreich komplexen Stücke irgendwie sanft klingen, haben sie einen außergewöhnlichen Biss, und Kells Arrangements sind bemerkenswert scharf. Der Bassist hat in seinem Quartett eine Auswahl erfahrener Improvisatoren und Klangpersönlichkeiten der New Yorker Szene um sich versammelt.
Die Mission lautet, den Stilrahmen der Jazztradition zu dehnen, aber nicht zu sprengen.
Wohin geht’s?
Der auf Riffs basierende Opener Quarter Sawn auf der aktuellen CD Jester* etwa erinnert an die ansteckende Energie und den Witz von Ornette Colemans eingängiger, Groove-orientierter Musik für dessen elektrifizierte Prime Time-Band. Die Musik ist aber auch provokativ, was dem grenzüberschreitenden Unterfangen hinter dem Titel des Albums entspricht. Muss man ein Spaßvogel und Possenreißer sein, um Grenzen zu überschreiten und zu lernen, was über das Regelwerk hinausgeht?

*) Brooklyn Jazz Underground Records

Brad Shepik (guitar), Nate Radley (guitar), Arthur Kell (bass), Mark Ferber (drums)